Johannisbeerkuchen vom Feinsten und ein paar Kindheitserinnerungen

Johannisbeer-WäheIch freue mich kringelig. Endlich ist die Beeren-Saison im vollen Gange und deutsche  Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und eben auch die lecker süß-saure Johannisbeeren lachen mir auf dem Markt entgegen und rufen „Kauf mich, kauf mich!“

Es soll ja den ein oder anderen geben, der es nicht lassen kann und auch im Winter zu geschmacklosen, faden Erdbeeren aus dem Supermarkt greift. Aber davon bin ich ja überhaupt kein Fan von. Total unntöig, denn die werden erst einmal unreif geerntet, um dann um die halbe Welt transportiert zu werden um schließlich völlig geschmacklos auf unseren Tellern zu landen. Und dann sind sie auch noch total überteuert und ihren Preis definitiv nicht wert. Muss das sein? Nein! Dann lieber auf saisonale Gemüse- und Obstsorten greifen und sich dann umso mehr freuen wenn es auch in Deutschland so weit ist. Denn schließlich ist Vorfreude doch auch einer der schönsten Freuden oder?

JohannisbeerenDieses Jahr gab es schon so allerlei mit Beeren, sei es in meinem allmorgendlichen Obst-Müsli-Quark, der äußerst feine Himbeer-Rhabarberkuchen, den ich zu meinem Ausstand gebacken habe oder ein simples Dessert aus Beeren, Vanillecreme und Cantuccini. So und nun geht die Beeren-Parade weiter mit dieser feinen Johannisbeer-Wähe, die so unsagbar lecker schmeckt, dass sie innerhalb kürzester Zeit weggeputzt war und ich sie wohl schon bald wieder backen werde.

 

Dieser Kuchen ist ein Träumchen aus Hefeteig, Johannisbeeren und einem feinen Vanille-Eier-Guss und schmeckt sowohl frisch aus dem Ofen als auch kalt

Das Rezept stammt von meiner Mutter und gehört zu jenen Kuchen, die zum Standard-Repetoire gehören, immer wieder und wieder gebacken werden und mich in Kindheitserinnerungen schwelgen lassen. So gab es diesen Kuchen nicht nur zum Kaffekränzchen sondern stand er auch einfach mal mittags mit einer Suppe vorweg ofenwarm auf den Tisch. Am besten noch mit meiner damaligen Lieblingssuppe, die Ribbele-Suppe und das Mittagessen war für mich perfekt.

Und da dieses Rezept aus dem heiligen roten Rezeptebuch meiner Mutter stammt und somit zu den Familienrezepten gehört, ist es auch eine super Gelegenheit um beim Aufruf von Clara von tastesheriff, die liebsten Familienrezepte im Rahmen der 6. Runde von #ichbacksmir teilzunehmen. Zwar würden mir da auch so viel andere leckere Sachen wie die heiß geliebte Dobos, Quarkbuchteln, Kirsch-Pita oder oder oder einfallen, aber das sollte für den Anfang reichen :-).

oldiesAber wenn wir schon bei Kindheitserinnerungen sind: da muss ich sofort an einen  Kinder-Raupenkuchen denken, den es zu meinem 3. Geburtstag gab. Kennt ihr das? – Ihr erinnert euch an etwas und habt sofort den Geschmack im Mund, so als wäre es erst gestern gewesen. So geht es mir bei diesem Kuchen und das dieser Kuchen nicht nur eine Illusion war, beweist das Foto.

Nur leider sind seitdem dann doch ein paar Jährchen vergangen. Mittlerweile bin ich aus dem Elternhaus ausgeflogen, blicke mit Wehmut auf meine Studiumszeit in Ravensburg, ein tollen Auslandsaufenthalt in Edinburgh und auf eine wunderbar Zeit in meiner Wahlheimat München zurück und bald geht meine Reise weiter und ein neuer Lebensabschnitt in Schweden wartet auf mich, auf den ich mich schon wahnsinnig freue. Doch manchmal würde ich doch einfach gerne „Stoooppp“ schreien, um die Zeit in den schönen, freudigen Momenten anzuhalten. Aber wie sagt man so schön: „Das Leben ist kein Wunschkonzert“ ;-). Aber wir wollen uns auch nicht beschweren – denn schließlich sind Veränderungen und neue Erlebnisse und Entdeckungen auch was Schönes!

Jetzt aber genug von nostalgischen Erinnerungen. Hier nun das Rezept des heiß gebliebten Johannisbeeren-Kuchen.

Johannisbeer-Wähe

Johannisbeer-Wähe

Zutaten (für eine Kuchenform mit Ø 30 cm)
Hefeteig:
  • 200 g Weizenmehl
  • 1 Päckchen Dr. Oetker Trockenbackhefe
  • 30 g Zucker
  • 1 Pä. Vanillin-Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 125 ml (1/8 l) lauwarme Milch
  • 30 g zerlassene abgekühlte Butter
Belag:
  • 500 g rote Johannisbeeren (gewaschen und verlesen)
Guß:
  • 1 Pä. Vanillin-Zucker
  • 50 g Zucker
  • 1 Pä. Dr. Oetker Dessert-Soße Vanille-Geschmack zum Kochen
  • 200 g Schlagsahne
  • 3 Eier
Zubereitung

Die Zutaten für den Hefeteig in einer Schüssel miteinander vermengen und zugedeckt an einem warmen Ort so lange gehen lassen, bis er sich sichtbar vergrößert hat (ca. 1h).

Dne Backofen auf 180°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Den Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche nochmals kurz durchkneten, zu einer runden Platte (Ø 30 cm) ausrollen und in das gefettete Kuchenblech legen. Den Teig am Rand etwas hochziehen.

Johannisbeeren waschen, abtropfen lassen, von den Rispen streifen und auf dem Teig verteilen.

Vanillin-Zucker mit Zucker und dem Dessert-Soßenpulver mischen und mit Schlagsahne glattrühren. Eier zufügen und verrühren. Den Guß über die Beeren gießen und den Kuchen für etwa 45 Minuten backen.

Herausnehmen, kurz abkühlen lassen und am besten noch warm genießen! Schmeckt aber kalt auch sehr lecker und hält sich für mehrere Tage frisch.

Bon Appetit!

Johannisbeeren-Kuchen Makeof

 

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